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Gefährdungsbeurteilung: Wie sicher ist Ihr Betrieb?

Ob Bau, Büro oder Lagerhalle – ohne sichere Arbeitsbedingungen geht nichts. Gerade in der heutigen Zeit, in der Tempo und Anforderungen in den Betrieben steigen, sind effizienter Arbeitsschutz und vorausschauende Unfallvermeidung essentiell. Mitarbeiter müssen vor Gefahren und Gesundheitsrisiken geschützt werden. Die Grundlage dafür bildet die Gefährdungsbeurteilung. Wir sagen Ihnen, worauf es bei diesem zentralen Element des betrieblichen Arbeitsschutzes ankommt.

 

Die rechtlichen Vorgaben

Was Unternehmen tun müssen, um ihre Mitarbeiter bei der Arbeit zu schützen, ist im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) geregelt sowie in der Vorschrift 1 der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). Die DGUV ist der Spitzenverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften und der Unfallkassen. Der rechtliche Rahmen ist klar: Alle Arbeitgeber müssen für sämtliche Arbeitsplätze ihres Betriebs eine angemessene Gefährdungsbeurteilung durchführen. Die Details regelt § 5 des ArbSchG. Dort findet sich auch eine Übersicht der Faktoren, die zu einer Gefährdung führen können:

  • Gestaltung und Einrichtung von Arbeitsstätte und Arbeitsplatz,
  • physikalische, chemische und biologische Einwirkungen,
  • die Gestaltung, die Auswahl und der Einsatz von Arbeitsmitteln, insbesondere von Arbeitsstoffen, Maschinen, Geräten und Anlagen sowie der Umgang damit,
  • die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und Arbeitszeit und deren Zusammenwirken,
  • unzureichende Qualifikation und Unterweisung der Beschäftigten und
  • psychische Belastungen bei der Arbeit.

Die Praxis: Wann müssen Sie prüfen?

Die Gefährdungsbeurteilung ist keine einmalige Angelegenheit. Sie muss immer erfolgen, wenn neue Arbeitsplätze oder Arbeitsstätten eingerichtet werden. Auch wenn neue Maschinen oder andere Arbeitsmittel in den Betrieb kommen, ist eine Beurteilung erforderlich. Weitere Details dazu hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in ihrem Beitrag zur Gefährdungsbeurteilung zusammengestellt. Das Selbstverständliche soll an dieser Stelle nicht vergessen werden: Werden bei der Beurteilung Mängel festgestellt, müssen diese beseitigt werden!

So führen Sie die Gefährdungsbeurteilung durch

Steht eine Gefährdungsbeurteilung an, gilt es, einige allgemeine Regeln zu beachten. Dazu gehört es zum Beispiel, alle Arbeitsabläufe im Unternehmen in die Prüfung einzubeziehen. Was Sie außerdem beachten sollten:

  • Gehen Sie systematisch vor, damit Sie keine mögliche Gefährdung übersehen.
  • Entdecken Sie eine mögliche Gefährdung, klären Sie sofort, wie diese beseitigt werden kann.
  • Ist der Arbeitsplatz nicht stationär und bestehen eventuell Gefährdungen durch die Verhältnisse vor Ort, also etwa auf Baustellen, ist ebenfalls eine Gefährdungsbeurteilung angesagt.
  • Als Arbeitgeber müssen Sie den gesamten Prozess der Beurteilung dokumentieren.
  • Die Beschäftigten sollen einbezogen werden, Betriebs- und Personalräte haben Mitbestimmungsrecht, wenn es um die Auswahl der Beurteilungsmethoden geht.

Ein Beispiel: Gefährdungsbeurteilung bei Gefahrstoffen

Werden in Ihrem Betrieb Gefahrstoffe eingesetzt, müssen Sie zuvor eine Gefährdungsbeurteilung durchführen. Die einzelnen Schritte sehen dann so aus:

Schritt 1: Übersicht erstellen

Sie listen alle gefährlichen Stoffe auf, die zum Einsatz kommen, dazu Menge und Art dieser Stoffe.

Schritt 2: Risiko abschätzen

Sie halten fest, welche Arbeitsplätze betroffen sind. Außerdem ermitteln Sie, wie die Mitarbeiter möglicherweise mit den Gefahrstoffen in Kontakt kommen.

Schritt 3: Schutzmaßnahmen festlegen

Sie sorgen für den nötigen Schutz, etwa durch klar definierte Arbeitsabläufe. Falls nötig, müssen Sie bauliche oder technische Änderungen vornehmen. Gefahrstoffe müssen auf jeden Fall sicher gelagert werden. Eine persönliche Schutzausrüstung für Mitarbeiter kann ebenfalls erforderlich sein.

Schritt 4: Umsetzung der Maßnahmen

Sie legen einen Maßnahmenplan an und versehen diesen mit zeitlichen Vorgaben.

Schritt 5: Regelmäßig prüfen

Sie prüfen in festgelegten Zeitintervallen, also etwa einmal pro Jahr, ob der Schutz Ihrer Mitarbeiter noch gewährleistet ist. Falls nicht, müssen die Gefährdungen beseitigt werden.

Schritt 6: Alles dokumentieren

Sie halten die einzelnen Schritte und Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung schriftlich fest und aktualisieren das Dokument nach jeder erneuten Prüfung.

Wenn Sie sich an diesen Ablauf halten, folgen Sie dem im ArbSchG festgelegten Prozess und den weiteren gesetzlichen Vorschriften. Vor allem aber sichern Sie die Gesundheit Ihrer Mitarbeiter!

Schulungen und Beratung

CEMO bietet Schulungen und umfangreiche Beratung rund um das Thema Gefährdungsbeurteilung an. Sie haben Interesse? Wir beraten Sie gerne, kontaktieren Sie uns einfach telefonisch unter 49 7151 9636-0 oder per Mail an kontakt(at)cemo.de.

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